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"Ein kleiner Reisebericht" oder "Schnell noch zur Kneipe !"

Am 27.7.2006 war es wieder einmal soweit. Lohmen fährt nach Viska!

Unsere gegenseitigen Besuche finden im 2 Jahresrythmus statt. Im Jahr 2005 war Viska nach Lohmen eingeladen, konnte aber nicht vollständig anreisen. Darüber waren unsere Freunde selbst am traurigsten. Also war man bestrebt unseren Aufenthalt in Tschechien diesmal besonders perfekt zu organisieren.

Aber der Reihe nach. Wir fuhren in 2 Gruppen los. Die erste morgens um 8.00 Uhr die 2. um 12.00 Uhr. Wir planten ungefähr 8-10 Stunden Fahrtzeit ein. Man weiß ja nie, wieviele Baustellen und Stau`s einem unterwegs das Leben schwermachen. Aber diesmal klappte alles wunderbar. Um 21.30 Uhr kamen wir in Viska an. Eigentlich sollten wir uns erstmal bei unserer Unterkunft anmelden. Wir hatten unterwegs aber soviel Durst bekommen, dass wir schnell noch zur Kneipe ranfuhren. Dort wurden wir freudestrahlend von unserer 1. Gruppe begrüßt. Auch viele gute alte Bekannte aus Viska waren da. Also hingesetzt, angesetzt, tzisch und weg. Ahhhh ! Das war Bier!

Wir waren angekommen. Jetzt konnte die Party losgehen.

Normalerweise macht unsere Kneipe in Viska wochentags schon um 22.00 Uhr zu. Als wir unsere Gastgeber ängstlich darauf ansprachen, teilte man uns aber mit, dass an diesem Tag extra uns zu liebe eine Ausnahme gemacht werden würde. Oh, glückliche Lohmener! Bis 1.30 Uhr morgens feierten wir unsere Ankunft und gingen dann zu unserem Privathotel. Das wir im nagelneuen Eigenheim von Viskas Kapitän Ondrej untergebracht werden, wußten wir, aber was uns tatsächlich erwartete überraschte uns dann doch. Wie Staatsgäste wurden wir empfangen. Über der Eingangstür hing ein großer Lohmenschal. Im Vorflur hingen nebeneinander ein tschechische und eine deutsche Fahne. In der Mitte ein Sokol Viska Wimpel. Selbst das Klo war auf uns eingestellt. Den Deckel zierte doch tatsächlich ein großer Fussball. Bei dem Empfang war an Schlaf natürlich nicht zu denken. Und so saßen wir bis 4.00 Uhr morgens mit unseren Gastgebern und tranken noch 1-2 "Rebel".

Am nächsten Morgen wurden wir schon um 7.30 Uhr unsanft geweckt. Abgemacht war 9.00 Uhr aber da konnte es wohl jemand nicht abwarten. Also hoch, vielleicht gibt's ja Frühstück und einen Kaffee. Und wie schon am Abend vorher kamen wir aus dem Staunen nicht heraus. Das Frühstück war bereits für uns angerichtet. Platten mit Wurst, Käse, Gemüse,verschiedene Brotsorten. Alles was das Herz begehrt.

Ondrej`s Lebensgefährtin hatte ihre Schwester eingeladen und diese beiden wirbelten das ganze Wochende in der Küche um uns Frühstück, Abendbrot oder einen Snack zwischendurch zu bereiten. Kaum wurde ein verpennter Lohmener gesichtet wurde er nach Kaffee oder Tee gefragt. Sogar ein Kuchen wurde für uns gebacken!

Unglaublich!!!

So gestärkt fuhren wir nach Havliski Brod, eine größere Stadt etwa 25 km von Viska entfernt. Wir hatten noch kein Geld getauscht und suchten als 1.eine Bank auf. Danach folgte ein Besuch in der "Rebel" Brauerei. Diese Besichtigung hatte Viska für uns organisiert.  So konnten wir mit eigenen Augen sehen wie unser Lieblingsbier gebraut wurde. Selbst an eine Dolmetscherin war gedacht. Sie übersetzte in perfektem Deutsch die Ausführungen der netten Dame die uns durchs Werk begleitete. Höhepunkt war die Verkostung, wo wir den besten Anteil des gebrauten Bieres probieren durften. Als Dankeschön unsererseits räumten wir danach den Souvenirshop leer und luden unsere Dolmetscherin und unsere Werksführerin zu einem Mittagessen im angeschlossenen Restaurant ein. Wieder einmal gab es großes Staunen, als wir die Rechnung begleichen wollten. Die Jungs aus Viska bezahlten für alle und weigerten sich beharrlich von uns Geld anzunehmen. Das wurde langsam unheimlich.

Anschließend gingen wir noch etwas einkaufen. Dabei besorgten wir  Blumen für einen Besuch des Grabes vom "alten Feimann", dem Mitbegründer der Freundschaft Lohmen-Viska, und auch einen Strauß für unseren Wohltäterinen in Viska, die bestimmt schon wieder an unserem Abendbrot schnitzten. 

Wie jeden Freitagabend, wenn wir in Viska sind, gab auch dieses mal das Freundschaftsspiel Lohmen - Sokol Viska. Mit kompletter Mannschaft angereist hätten wir bestimmt gewonnen, aber so mussten wir uns leider 5 : 1 geschlagen geben. Sogar das anschließende Elfmeterschießen ging in die Hose. Nach dem Fussballspiel gingen wir schwimmen und das gleich mit Trikot und Stutzen. So müffelten die verschwitzten Sachen am nächsten Tag nicht so sehr. Erfrischt und neu motiviert wollten wir unsere Schmach am Tresen wieder wettmachen. Im angeschlossenen Saal der Kneipe ging es nämlich nach dem Spiel zum gemütlichen Teil des Abends über. Nach einem gemeinsamen Abendessen (wieder umsonst) konnte getanzt, gelacht, getrunken und gesungen werden. Jeden Freitag treffen sich ein paar Herren in der Kneipe von Viska um gemeinsam Musik zu machen. Sie spielen verschiedene Instrumente wie z.B. Geige, Gitarre oder Mundharmonika. Diese Band spielte heute abend für alle Gäste auf und das kam sehr gut an. Auf dem Höhepunkt des Abends standen alle auf den Tischen und Stühlen, umarmten sich und sangen lauthals mit. Wahnsinn! Folklore pur , ungekünstelt nicht gestellt. Ein schönes Beispiel wir sehr dieser Abend Freude bereitete waren Kurt und Wilfried die zum Rythmus der Kapelle ihren eigenen Reim sangen. Aber irgendwann muss Schluss sein und weil wir am nächsten Tag ein schweres Turnier spielen sollten, gingen wir gegen 2.00 Uhr morgens ins Haus zurück. Dort angekommen standen doch tatsächlich wieder ein paar Leckereien auf dem Tisch.

Sonnabend morgen standen wir um 9.00 Uhr auf. Um 10.00 Uhr sollte das Turnier beginnen. Vorher gab`s aber erstmal Frühstück. Wieder brauchten wir uns um nichts zu kümmern. Wir antworten nur auf die Frage -Cafe oder Tee?- und schwups wurden wir mit allem versorgt. So gestärkt brauchte uns vor dem Turnier nicht bange sein. Aber das hatte es in sich. 10 mal 20 min auf Großfeld sollten alle spielen. Ein Wahnsinnsmarathon. Und das mit nur 8 Spielern. Aber mit bis zu 4 tschechischen Spielern verstärkt hielten wir tapfer durch. Selbst Kurt mit fast 65 Jahren. Am Ende sprangen für uns nur 2 Niederlagen und immerhin 3 Unentschieden heraus. Sieger des Turniers wurden die alten Herren Viskas. Eine technisch sehr beschlagenen Mannschaft die uns 5 : 1 besiegte. Man sollte meinen, dass wir uns nach soviel Fussball nicht mehr bewegen konnten. Aber kaum zu glauben, was ein "Rebel" Bier bewirken kann. Frisch gezapft und unheimlich lecker, half uns ein halber Liter wieder auf die Beine. Und so fuhren wir mit unserem  Freund Radek und seiner Freundin Mila zu einem naheliegenden Stausee um baden zu gehen. Inmitten von Bergen und Wäldern gelegen bot sich uns ein tolles Panorama. Und Potzblitz auch Autokino, nicht jugendfrei, wurde präsentiert. So verging der Tag wie im Fluge. Doch der Abend sollte noch einiges für uns bereit halten.

Wie üblich waren wir auch dieses mal zum Diskoabend in Viska eingeladen. Doch vorher erwarteten uns unsere Gastgeber in der Kneipe. Dort wurde uns wiederum ein warmes Essen serviert. Selbst auf Sonderwünsche war die Küche vorbereitet. Wie sollen wir das nur je wieder gutmachen? Vorerst ließen wir es uns erstmal schmecken. Noch 1-2 Bierchen auf den Weg, ein paar Foto`s noch gemacht und auf ging´s zum Tanztempel. Die Diskothek in Viska kann man auf keinen Fall mit irgendeiner Schickimickidisco vergleichen. Hier wird einfach aus Sch... Gold gemacht. Ein Computer mit diversen Musikdateien, ein alter Verstärker, noch ältere Boxen und ab geht`s. Als wir gegen 22.00Uhr eintrafen ging`s zum Teil schon hoch her. Ungeniert wurde auf der Tanzfläche abgerockt. Na unsere Jungs brauchten noch ein Weilchen um warm zu werden. Doch dann wünschte sich Robert Sch. etwas aus der härteren Ecke und plötzlich ging die Post ab. Ob jung oder alt, Lohmen oder Viska jetzt war alles auf der Tanzfläche was Beine hatte. Der DJ spielte eine sehr populäre tschechische Rockplatte 2 mal hintereinander ab. Und der Saal ließ die Sau raus. Bis spät in die Nacht feierten wir zum Abschluss noch mal richtig heftig mit unseren Freunden und schwankten schließlich erschöpft aber glücklich in die Betten.

So kam der letzte Tag schneller als gedacht. Diesmal schliefen wir aber etwas länger als die Tage davor. Wieder bekamen wir von unseren Gastgebern ein leckeres Frühstück, zum Abschied 2 Kästen "Rebel" Bier und für jeden ein "Sokol Viska T-Shirt. Bei soviel Gastfreundschaft wußten wir gar nicht wie wir uns mit Worten bedanken konnten. Darum zogen wir mit unserem Bus noch einmal durchs Dorf um jedem der uns begegnete die Hand zu schütteln. Selbstverständlich haben wir Viska zu einem Gegenbesuch eingeladen. Denn wir wollen auf jeden Fall wiederkommen und können uns nur in Lohmen entsprechend revanchieren.

 Der SV 90 ist mit dieser "Völkerfreundschaft" in einer fast beneidenswerten Situation. Vereine mit ähnlich gastfreundlichen Fussballfreunden kann man in Deustschland wohl an einer Hand abzählen. Außerdem ist es die einzig wirkliche und echte Tradition die unser Fussballverein hat. Darum hoffen wir das dieser Austausch noch viele Jahre anhält, dass wir immer gute Gastgeber sein werden und uns auf herrliche Tage in Viska freuen können. Es bedanken sich bei Viska für 2006:

Thomas Küßner, Kurt Schwinkendorf, Wilfried Zander, Hannes Strübing, Karsten Koch, Karsten Quasdorf, Marcel Hagen, Robert Schmidt, Robert Wagner.

SV 90 Lohmen e.V. Abt. Fussball